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Digitalisierung einer PIKO BR 52

Ein altes Schätzchen modernisieren und dabei die Originalität verlieren? Das mag nicht jeder und es geht auch nicht immer gut. Ich glaube, hier einen schönen Kompromiss gefunden zu haben.

Dieses H0-Modell der populären Kriegslokomotive der Baureihe 52 der DR wurde lt. Modellbau-Wiki von 1973 bis 1990 nahezu unverändert in der DDR gebaut. Hersteller war - wie so oft bei PIKO-Modellen - die Firma Gützold. Wurden die ersten Exemplare noch in der bunten Gützold-Verpackung mit gemalter Lokschuppen-Szene vertrieben, so erhielt die Lok unter der Dachmarke PIKO die typische, blau-gelbe Schachtel mit einer Zeichnung der Seitenansicht. Im Katalog von 1978 wurde eine Variante der SNCF als Neuheit präsentiert.

 

Die vorbildgetreue Ausführung in Details, Farbgebung und Beschriftung entsprach in den 1970ern dem Stand der internationalen Technik. Die Nachbildung der Heusinger-Steuerung und der freie Kessel-Durchblick sahen nicht nur damals gut aus. Alle vier Achsen des Tenders wurden von einem Motor mit einfachem Getriebe und zwei Kardanwellen angetrieben - eine Antriebsart, die auch heute meist Anwendung findet. Zwei Räder besaßen Haftreifen. Ein gegossenes Gewicht sorgte für die nötige Traktion durch Druck auf die Schienen. Die erste Serie hatte lt. 78-er Katalog nur zwei freistehende Laternen vorne. Im Katalog für 1990 ist auch eine funktionsfähige Stirnlampe abgebildet und beschrieben. Hinten gibt es keine Beleuchtung.

 

Ich habe 2008 die damals bereits ca. 30 Jahre alte 52 2006 von PIKO aus einer Schachtel-Sammlung geerbt und bis 2017 in der Schachtel belassen. Zuerst brauchte ich eine Weile, um die Modelleisenbahn als Hobby wieder zu entdecken und dann verhinderte die baldige Umstellung auf einen ständigen Digitalbetrieb den Einsatz. Nach erfolgreicher Digitalisierung verschiedener Lokomotiven kam nun das alte Schätzchen an die Reihe.

 

Vor dem Einzug der Elektronik musste die Mechanik einwandfrei funktionieren. Die schöne Dampflok war zwar optisch neuwertig geblieben, aber die lange Standzeit sorgte für schlechte Fahreigenschaften. Der Motor drehte sich nur mühsam, die Räder mit den hart gewordenen Haftreifen eierten und die Beleuchtung hatte auch den Dienst quittiert. Nach kurzer Reinigung der Wellen, ein paar Tropfen Öl an den richtigen Stellen und der Erneuerung der Haftreifen lief sie wieder wie am ersten Tag. Das Säubern der Kontakte brachte das Glühlämpchen unter dem Kessel zum Leuchten.

 

Nun konnte es losgehen, die Digitalisierung sollte Einzug halten. Aber wohin mit dem Decoder? Nach langem Überlegen kristallisierte sich die Verengung des Tenders als idealer Ort für den Einbau heraus. Dort kann ich am Gewicht mit meinen Mitteln (Feile) genug Material für die Aufnahme der Elektronik entfernen, ohne dabei mehr an Gewicht zu verlieren als unbedingt notwendig. Als Ausgleich für die verlorenen Massen kamen Walzblei-Stückchen in die Aussparungen des Rahmens.

 

Es ist natürlich sehr praktisch, einen Digitaldecoder an einer NEM-Buchse anstecken zu können, aber für solchen Luxus gibt es hier keinen Platz. Ein noch höherer Gewichtsverlust durch Material-Entnahme hätte eine schlechtere Traktion zur Folge. Das wollte ich nicht riskieren. Also wurden die Anschlussdrähte des Deocers fest verlötet. Der Aufwand hielt sich in Grenzen, weil nur der Motor angeschlossen wurde. Die Front-Beleuchtung hat keine Verbindung zum Tender, läuft im Dauerbetrieb und hinten gibt es kein Licht. Das werde ich vielleicht irgendwann ändern. Die Auflage des Decoders bekam ein Stück zurecht geschnittene dünne Plastik-Folie als Isolierung.

 

Bild

Verkabelter Tender mit Decoder, gefeilte Aussparung im Gewicht

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Verkabelter Tender mit Decoder, gefeilte Aussparung im Gewicht

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Funktionstest: Läuft! Natürlich entsprechen die Fahreigenschaften und der Lärmpegel nicht heutigen Ansprüchen an modernste Technik. Aber für gelegentliche Nostalgie-Fahrten in nahezu Original-Zustand - von aussen ist die Veränderung nicht erkennbar - reicht´s allemal. Die Anfahr- und Langsamfahr-Eigenschaften sind Dank Digital-Regelung besser als je zuvor. Für den Einbau eines modernen Motors gibt es Umbausätze und mehr oder weniger gelungene Bastel-Lösungen. Damit geht aber auch der ursprüngliche Charakter dieses Modells verloren - und den wollte ich erhalten!

 

Einen kleinen Schönheitsfehler gab es doch noch. Der Vorläufer tänzelte wenig elegant über die Schienen und entgleiste immer wieder, vorzugsweise an Weichen (Fleischmann Profi-Gleis). Auch hier half ein Stück Walz-Blei.

 

Die DR-Baureihe 52 (das Original) bei WIKIPEDIA

https://de.wikipedia.org/wiki/DR-Baureihe_52

 

16. Dezember 2017

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1 Kommentar

Brawa

02.07.201821:4421:44

02.07.201821:44

Die alten Piko-Loks sehen ja ganz nett aus, aber die Fahreigenschaften sind fürchterlich. Sie sind laut, eiern, leuchten schlecht oder garnicht. Man kann sie eigentlich nur in die Vitrine stellen.

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